Battlefield 3 ist seit Ende Oktober für PC, PlayStation 3 und Xbox 360 erhältlich. Fans des Franchises werden sich aufgrund des hochwertigen Multiplayer-Modus` schnell heimisch fühlen, die Single-Player-Kampagne jedoch erinnert in erster Linie eher an Call of Duty als an Battlefield.
Doch da der Fokus eindeutig auf dem Multiplayer-Modus liegt, sollte dies nicht negativ ins Gewicht fallen. Die Mehrspieler-Action auf dem Battlefield Server ist atemberaubend ausgefallen, an dieser Stelle gibt es nahezu keinen Grund für Kritik. Der gesamte Modus bietet eine unglaubliche Bandbreite. Die unterschiedlichen Maps sind riesig, dabei fühlt sich jede davon unterschiedlich an, bietet ein ureigenes Erlebnis. Das Spiel verkommt zu keinem Zeitpunkt zu stupidem Moorhuhn-Schießen, um erfolgreich zu sein bedarf es stets einer großen Portion Kreativität und Innovation. Außerdem stehen verschiedene Varianten zur Auswahl, die man so in der Form noch nicht kennt. Der Spieler kann beispielsweise die sogenannten Hundemarken seiner Gegner sammeln, die er mit einem Messer losschneidet.
Übertrieben gesagt fühlen sich die Karten aufgrund ihrer Größe wie Topographieunterricht an, was in keinster Weise negativ gemeint ist. Die Karten sind gewaltig und nur wer sich wirklich zu orientieren und die Vor- und Nachteile des jeweiligen Geländes zu nutzen vermag, hat eine Chance zu überleben. Die technische Umsetzung lässt ebenso keine Kritik zu. Eine entsprechende Internetverbindung vorausgesetzt, der Battlefield Server sorgt dafür, dass das es höchstens in absoluten Ausnahmefällen einmal ruckelt, ansonsten das Spiel jedoch zu jedem Zeitpunkt flüssig läuft.
Battlefield 3 nutzt die Frostbite 2 Engine, welche für eine hervorragende Grafik und absolut geschmeidige Animationen sorgt. Die Visualisierungen von Licht und Dunkel, Rauch, Feuer und verschmierten Kameraobjektiven sind schlichtweg atemberaubend, auch nach vielen Stunden sorgt die Grafik für offene Münder. Es sollte jedoch beachtet werden, dass die zusätzlichen HD-Features installiert werden, ansonsten wirkt das Spiel wenig beeindruckend. Die Engine liefert zwar imposante Ergebnisse, vollständig fehlerfrei arbeitet sie jedoch nicht. Des Öfteren passiert es, dass ein Bein in einer Mauer verschwindet oder ein lauernder Sniper scheinbar bis zur Hälfte in einem Hügel vergraben ist. Dies kann mitunter den Spielverlauf beträchtlich beeinflussen, da entscheidende Vor- beziehungsweise Nachteile entstehen. Das sorgt zwar mitunter für den einen oder anderen Frustmoment, fällt insgesamt aber nicht zu schwer ins Gewicht.
Viele Spieler werden sich sicherlich auch für die Einspieler-Kampagne interessieren. An dieser Stelle kann Battlefield 3 leider fast überhaupt nichts Neues bieten, alles scheint in irgendeiner Form schon einmal dagewesen zu sein. Als Beispiel sei an dieser Stelle lediglich das Verhör eines Sergeants genannt, was in fast identischer Art und Weise bereits in Call of Duty: Black Ops vorhanden war. Generell scheint die CoD Reihe in vielerlei Hinsicht Pate gestanden zu haben. Dennoch ist die Umsetzung zumindest mehr als solide ausgefallen. Insgesamt lässt sich festhalten, dass Battlefield 3 ein fantastisches Spiel geworden ist. Die Stärken liegen dabei definitiv im Multiplayer-Modus, die kleinen Schwächen in Präsentation und Kampagne sind absolut zu verschmerzen.